Statements

Handlungsbedarf im Museum

24. Januar 2023

Einer Befragung mehrerer Institutionen, darunter die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sowie das Kunstmuseum Moritzburg in Halle, ist zu entnehmen, dass über 60 Prozent der Museumsbesucher einen Hochschulabschluss vorweisen können. Das bedeutet: Die einst häufig zitierte Schwellenangst gibt es nach wie vor. Das muss anders werden. Gerade in Zeiten allgemein nachlassender Quote in den Museen müssen sich diese Bildungsstätten schleunigst Gedanken machen, wie sie jene Menschen erreichen, die nichts studiert haben (khs).

Handlungsbedarf im Gericht

24. Januar 2023

Ein Phänomen der besonderen Art. Der hocken die Angeklagten im Dresdner Landgericht, verraten weder Mittäter noch den Verbleib der weiter fehlenden Schmuckstücke aus dem Grünen Gewölbe, und es wird ernsthaft seitens der Staatsanwaltschaft und des Gerichts darüber nachgedacht, den Clan-Kriminellen mit einem Strafrabatt entgegenzukommen. Ein fragwürdiger Deal, weil ein paar Juwelen der Staatlichen Kunstsammlungen beschädigt zurückgegeben wurden? Das kann doch nicht sein, das darf doch nicht sein (khs).     

Schlecht informiert

10. Januar 2023

Im Rausch der allerorten längst selbstverständlichen Bemühungen, Raubkunst an die Herkunftsländer zurückzugeben, kommt es immer wieder zu absurden Empfehlungen und Forderungen, wie jetzt in Berlin. Eine ehemalige Lehrerin, die Staatssekretärin für Vielfalt und Antidiskriminierung in der Justizverwaltung, Saraya Gomis, eröffnet eine Debatte, die völlig ins Leere läuft, weil sie die Fakten ignoriert. So kam die Nofretete, die sie nach Ägypten schicken möchte, vor 110 Jahren im Zuge einer Vereinbarung wissenschaftlicher Projektfinanzierung nach Berlin (khs).

Gut reagiert

10. Januar 2023

Natürlich hatte ein früherer Direktor der Kestner Gesellschaft in Hannover, der legendäre Carl Haenlein, bald 90 Jahre alt, einst den Spendern des Vereins versprochen, dass jene Kacheln, die ihren Namen tragen, für immer an der Wand bleiben dürfen. Doch was hätte Adam Budak, einer seiner Nachfolger, derzeit verantwortlich, tun sollen, als sich die schweren Platten laufend lösten und stets einen kostenintensiven Sicherheitsalarm auslösten? In Abstimmung mit dem Vorstand und der Mitgliederversammlung wurden sämtliche Namen aufs digitale Laufband gebracht. Eine zeitgemäße Reaktion (khs).     

Schon vergessen?

3. Januar 2023

Ach nee! Lobt doch die Claudia Roth nicht ständig über den grünen Klee! Rundum tun viele Journalistinnen und Journalisten so, als habe sie, die seit einem Jahr als Kulturstaatsministerin tätige Rechtsaufsicht der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Gelbe vom Ei erfunden und einen Vorstoß gemacht, den Dach-Namen der schwerfälligen, zu reformierenden Institution infrage zu stellen. Tatsache ist aber, dass es bereits vor über zwei Jahren der Wissenschaftsrat war, der auf Seite 21 seines Gutachtens die Empfehlung gab, den Namen zu ändern (khs).

Zweiter Versuch?

3. Januar 2023

So genau wusste niemand den Grund, aber rundum schienen alle Insider verwundert, als Daniel von Schacky, der Kunsthändler und Stiefsohn des Auktionshaus-Gründers Bernd Schultz, im Jahr 2016 in Düsseldorf sein eigenes Unternehmen eröffnete, Schacky Art & Advisory. Das gut geführte Familien-Unternehmen in Berlin zu verlassen, fortan ohne Grisebach einen eigenen Weg einschlagen zu müssen, so wurde geflüstert, könne doch nur auf Konflikte zwischen Schultz und Schacky zurückzuführen sein. Tatsache ist nun, dass sich der Spiritus Rector zurückzieht und Daniel von Schacky quasi heimkehrt, um mit Co-Chefin Diandra Donecker die Villa Grisebach zu leiten (khs).  

Vorschau 2023

20. Dezember 2022

Wünsche für die Zukunft der Branche gibt es zuhauf, abgeleitet aus den Ereignissen des zurückliegenden Jahres, auch aus so manchen Statistiken. Ist es nicht beispielsweise dramatisch, dass das Künstler-Einkommen derzeit durchschnittlich nur 1400 Euro pro Monat beträgt? Wie sollen Kreative damit klarkommen, den Alltag finanzieren, den Materialeinkauf bewerkstelligen? Andererseits wird eine Steuergeld-Verschwendung betrieben, dass einem ganz schwindelig wird. Nur ein Beispiel: 16 Millionen Euro hat der Bund innerhalb von sieben Jahren verpulvert, allein um den gelegentlich vom Kabinett genutzten Klausurort Schloss Meseberg bewachen zu lassen. Das muss anders werden. Ein Vorsatz von vielen für 2023 (khs).

Rückblick 2022

20. Dezember 2022

Uff, war das ein Jahr, ein unsägliches. Noch schwer von der Corona-Krise angeschlagen, musste sich der Kunstbetrieb bereits wieder auf die nächste Krise einlassen, auf die Energie-Krise. Und vielerorts wurde in vorauseilendem Gehorsam und wegen der nicht voraussehbaren Mehrkosten gleich auf die Programm-Bremse getreten. Vom reduzierten Leihgaben-Tausch bis zur Spar-Strategie in Sachen Werbung – überall massive Einschränkungen und in der Folge eine lähmende Verhaltenheit insgesamt, die erschaudern lässt. Wie der Schwachsinn der sogenannten letzten Generation, die sich am Weltkulturerbe festklebt und es gefährdet, obgleich sie angeblich die Welt retten will (khs).

Zwielicht in London

13. Dezember 2022

Können ihn seine internationalen Kolleginnen und Kollegen nicht endlich mal in die Enge treiben, ihm vermitteln, dass sich das von ihm geführte Britische Museum in London auf dem Holzweg befindet? Während allerorten, vor allem eben auch dort, wo Hartwig Fischer, der Deutsche, herkommt und lange gewirkt hat, die Rückgabe von Raubkunst längst selbstverständlich ist und laufend Restitutionsmeldungen verbreitet werden, ob in Berlin, Hamburg oder Köln, stellt sich Fischer taub und stumm zugleich. Und begibt sich somit ins Zwielicht. Sein Augenmerk gilt einzig und allein der geplanten Sanierung des Museums. Sage und schreibe eine Milliarde Pfund soll der Bau-Spaß kosten (khs).

Notlicht in Berlin

13. Dezember 2022

Nein, nein, so geht das doch nicht! Hat das Museum der Dinge in Berlin, das die Wunderkammer des Deutschen Werkbundes pflegt und den Alltagsobjekten ein museales Zuhause gibt, nicht erst vor einigen Jahren den Standort wechseln müssen? Nun schon wieder ein Umzug? Auf jeden Fall hat Renate Flagmeier, die Leiterin der einzigartigen Schausammlung, die Kündigung für die Räume in Kreuzberg erhalten und muss in einem halben Jahr geräumt haben. Zwar stellte der Berliner Senat ein Quartier in Aussicht, doch das wird frühestens 2027 verfügbar sein. Ein schwacher Trost. Eine Kulturpolitik, die den Namen nicht verdient (khs).  

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