Nun machen sie ihr eigenes Ding: Gilbert & George reagieren

Gut so; selbst ist der Mann. Weil sich Gilbert & George, die beiden ebenso einträchtig wie unermüdlich durchs Leben und den Kunstbetrieb gehenden britischen Künstler, seit langer Zeit über die Tatsache ärgern, dass Propheten im eigenen Land nicht zählen, machen sie nun ihr eigenes Ding. Ein großes Ding. Zwar geht das Duo mittlerweile auf die achtzig zu, doch das Alter scheint nicht zu verhindern, dass es 2022 im Londoner Osten noch mal richtig rund gehen soll. Gilbert & George wollen dort, auf einem Industrie-Areal, eine eigene Kunsthalle eröffnen, und schon jetzt ist ihnen die große Aufmerksamkeit der internationalen Kunstgemeinde gewiss. Denn längst hat sich herumgesprochen, dass Museen und Institutionen wie die Tate oder die Royal Academy gar nicht oder nur widerwillig ausstellen, was sie von G & G gesammelt haben (khs).

Aus der Not die Tugend: Social Media und Vienna strips

Genial, der Mann. Weil nicht nur Österreichs Museen, aber eben auch sie laufend Auseinandersetzungen mit den sogenannten Sozialen Medien führen müssen, hat Norbert Kettner, seit 2007 Geschäftsführer „Wien Tourismus“, eine Idee umgesetzt, die als direkte Reaktion zu sehen ist. Nachdem beispielsweise Facebook und Instagram konsequent das Nackte als anstößig verbannen und löschen, sogar Gemälde von Modigliani oder Schiele sowie die 30 000 Jahre alte Venus von Willendorf der Zensur zum Opfer fielen, richtete Kettner mit seinem Team auf der Plattform OnlyFans eine App ein, Vienna strips. Wermutstropfen: Wer nackte Schönheiten aus Wiener Museen sehen will, ob von Rubens oder von Tizian, muss mindestens 18 Jahre alt sein (khs).