Lindinger + Schmid

Kritischer und unabhängiger Journalismus

Im Jahr 1991 gegründet, gilt für den Verlag Lindinger + Schmid nach wie vor die Maxime, kritischen und unabhängigen Journalismus möglich zu machen.

KUNSTZEITUNG

Die Zeitung, die Kunst und Kunstbetrieb durchleuchtet, und zwar Monat für Monat. Künstler und Ausstellungen, Markt und Museen, Debatten und Trends.

k

Informationsdienst KUNST

Der Branchenbrief liefert vierzehntäglich unverzichtbare Hintergrund-Informationen. Niemand wird geschont, keine Affäre verschwiegen.

Logo 25 Jahre KUNSTZEITUNG

25 Jahre KUNSTZEITUNG

Im September 1996 starteten wir mit der KUNSTZEITUNG. 25 Jahre später dürfen wir mit Freude und auch etwas Stolz auf rund 60 Millionen Einzelexemplare zurückblicken, die wir gratis verteilt haben, um möglichst viele Menschen für die Kunst zu begeistern. Etliche Reaktionen in den vergangenen Monaten beweisen, dass es in der KUNSTZEITUNG-Leserschaft viele Menschen gibt, die unseren Einsatz zu schätzen wissen, die wollen, dass wir durchhalten mögen, wie es häufig formuliert wurde. Kritischer Journalismus ist schließlich vonnöten. Darin lassen wir uns nicht beirren – auch nicht angesichts der gezielten Blockade aus dem Kanzleramt, wo die für Kultur und Medien zuständige Staatsministerin keinen Cent für unsere Publikation lockermachen wollte.

Fakten

Die KUNSTZEITUNG steht nicht nur für kritischen Journalismus und herausragende Autoren, sie kann auch auf einige rekordverdächtige Zahlen verweisen.

Ausgaben der KUNSTZEITUNG

KUNSTZEITUNG-Exemplare pro Monat

Verteilerstellen in ganz Europa

Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid: ein Duo wie Nitro und Glyzerin. Wo sie auftreten, sprühen Funken, entzünden sich Debatten um Kunst und Co., strahlen Ideen und, ja, glitzert der Glamour.

Marianne Sperb, „Mittelbayerische Zeitung“

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid

„Die ohnehin in jedem von uns reichlich vorhandene Energie zu verdoppeln, gemeinsam unsere eigene Begeisterung für die Kunst anderen Menschen zu vermitteln, das war das Ziel, als wir uns 1990 kennenlernten und loslegten.“

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid

KUNSTZEITUNG, PDF DER AKTUELLEN AUSGABE

Hier können Sie die Doppelausgabe August/September 2021 online lesen.

… spontan Notiertes

Die KUNSTZEITUNG-Kolumne der Herausgeber

In jeder Ausgabe der KUNSTZEITUNG beziehen Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid in ihrer Kolumne „… spontan Notiertes“ Stellung – zur Kunst und zum Kunstbetrieb, aber auch zu gesellschaftlichen und politischen Phänomenen, an denen sich der engagierte Diskurs der beiden KUNSTZEITUNG-Herausgeber entzündet. Nicht zuletzt bietet ihre Kolumne immer wieder Inneneinsichten in den verlegerischen Alltag. Die hier veröffentlichte Kolumne „… spontan Notiertes“ ist in der Doppelausgabe August/September 2021 der KUNSTZEITUNG erschienen.

Petersilie, Sauerampfer, Borretsch, Kerbel, Kresse, Pimpinelle, Schnittlauch – die sieben Kräuter für die Grüne Soße lagen in der Eilsendung aus Hessen, dazu Spargel und Kartoffeln. Ein Care-Paket hatte uns erreicht, ein kulinarischer Gruß eines Galeristen-Ehepaares, das von unserem Kummer wusste, die KUNSTZEITUNG trotz des Anzeigen- Rückgangs retten zu wollen. Monatelang hatten wir nur noch Doppelausgaben herausgeben können, weil geschlossene Institutionen eben keine Werbung machen wollen. Seit dem Corona-Frühjahr 2020 hatten wir schmerzhafte Verluste hinnehmen müssen und unser mühsam Erspartes eingebracht, weil wir nicht kapitulieren wollten.

Auch nicht angesichts der gezielten Blockade aus dem Kanzleramt, wo die für Kultur und Medien zuständige Staatsministerin keinen Cent für unsere Publikation lockermachen wollte. Dabei verfügt sie über zwei „Neustart“-Milliarden. Der Verleger sei in seiner Rolle als Kritiker, ihr gegenüber, schlichtweg „zu aggressiv“, so schrieb sie einem Freund, der sich vergeblich für uns eingesetzt hatte. Darüber empören wir uns, weil es nicht hinnehmbar ist, dass private Hörfunk-Anbieter wegen nachlassender Werbeeinnahmen aus dem Steuersäckel mit 20 Millionen Euro gefördert wurden, während wir, die KUNSTZEITUNG-Verleger, kurzerhand ignoriert werden. Trotz gleicher Umsatz-Probleme in Pandemie-Zeiten.

Und nun das, jener grüne Trost, die „Grie Soß“, der Spargel, die Kartoffeln. Als ginge es darum, uns nicht verhungern zu lassen. Mit einem Augenzwinkern. Das hat uns natürlich gerührt, sehr gefreut. Denn die kulinarische Geste zeigte uns, wie so manche andere Reaktion in den vergangenen Monaten, dass es in der KUNSTZEITUNG-Leserschaft viele Menschen gibt, die unseren Einsatz zu schätzen wissen, die wollen, dass wir durchhalten mögen, wie es häufig formuliert wurde. Kritischer Journalismus ist schließlich vonnöten. Das scheint auch Monika Grütters, die Beauftragte der Bundesregierung, zu ahnen oder gar zu wissen, wenn sie etwa zum Tag der Pressefreiheit über ihr Amt verbreiten lässt: „Wir werden als Bundesregierung niemals zulassen, dass unabhängige Journalisten mundtot gemacht werden“.

Wirtschaftlichen Druck zu erzeugen, womöglich insgeheim zu hoffen, dass die KUNSTZEITUNG in den Krisen-Monaten pleitegeht, das ist freilich eine andere Art, die von Grütters offiziell gepriesene „Vielfalt unserer Medienlandschaft“ zu reduzieren. Eine besonders perfide. Und, ja: Wir räumen ein, dass wir stinksauer auf Frau Staatsministerin und auf die ganze Bundesregierung sind, die in den vergangenen anderthalb Jahren so viel falsch gemacht haben. Dilettantismus statt professionelles Krisen- Management, wie wir wiederholt kommentierten.

Wenn wir nun, exakt 25 Jahre nach Gründung der KUNSTZEITUNG, mit Freude und auch etwas Stolz auf rund 60 Millionen Einzelexemplare zurückblicken dürfen, die wir gratis verteilt haben, um möglichst viele Menschen für die Kunst zu begeistern, dann verdanken wir dieses Jubiläum wirklich nicht der Politik. Ein Vierteljahrhundert lang keinerlei Reaktion, von niemanden. Dabei, so sagen wir oft, leisten wir privat auch öffentliche Bildungsarbeit.

Unser Dank gilt also heute den Mitarbeitern, den Anzeigenkunden, den Partnern in den Institutionen, die die Zeitungsstapel in Empfang nehmen und ihrem Publikum zur Verfügung stellen, und natürlich den Lesern, mithin Ihnen allen. Als wir im September 1996 mit der KUNSTZEITUNG starteten, hätten wir nicht gedacht, dass die schwerste Zeit erst Jahrzehnte später kommen würde, nämlich 2020 und 2021. Jetzt zu sehen, dass wir selbst einen abstrusen Boykott aus dem Kanzleramt überstehen können, das macht uns glücklich.

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid