News

Fehlende Antworten

7. Dezember 2021

Ganz diskret, sachlich, ohne Emotion. Raphael Gross, der Direktor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, vor 54 Jahren in Zürich geboren, ließ Erwartungen keimen, als bekannt wurde, dass er mit einem großen Interview in der „Neue Zürcher Zeitung“ vertreten sein wird. Und zwar in Bezug auf eines der heikelsten Themen, die es derzeit im Kunstbetrieb gibt. Es geht um den Neubau am Kunsthaus Zürich und die dort umstritten untergebrachten Bilder aus der Sammlung des Waffenfabriken Emil Bührle. Doch statt ein unmissverständliches Gross-Statement (in der Ausgabe vom 4. Dezember) lesen zu dürfen, muss man sich mit Sätzen wie „Die Schweiz war nicht Nazi-Deutschland“ oder „Man kann die Vergangenheit nie für beendet erklären“ begnügen.

Ehrliche Antworten

7. Dezember 2021

Mit fünf wollte er Papst werden. Mit sechs habe er Hühner mit einem Spaten erschlagen, beichtet Anselm Kiefer in seinem jüngsten Interview, soeben im „Süddeutsche Zeitung Magazin“ veröffentlicht. Das aufschlussreiche Gespräch mit dem mittlerweile 76-jährigen Maler und Bildhauer, der in Südfrankreich und in der Nähe von Paris riesige Areale bespielt, dokumentiert aufs Anschaulichste, wie intensiv die Annäherung ausfallen kann, wenn Journalisten die richtigen Fragen stellen und Künstler ehrlich antworten. Chapeau, Sven Michaelsen; Chapeau, Anselm Kiefer.

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Statements

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Forsche Ignoranz in der Preußenstiftung?

7. Dezember 2021

Wie soll man den Vorgang nennen? Forsche Ignoranz? Offiziell geht es um die Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Der Wissenschaftsrat hatte dazu im Juli 2020 und im Auftrag der Bundesregierung ein 280-Seiten-Dossier mit ebenso überzeugenden wie radikalen Strukturempfehlungen veröffentlicht. Indessen: Nachdem die langjährige Staatsministerin Monika Grütters ausgerechnet den bisherigen Präsidenten, Hermann Parzinger, mit der notwendigen Neuorientierung beauftragte, sorgt der vor allem am eigenen Machterhalt interessierte Führungskopf beharrlich dafür, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt. Kein Wunder, dass sich nun, freilich viel zu spät, plötzlich reumütig auch Grütters selbst äußert und in Bilanzgesprächen mit Journalisten einräumt, dass sie als Rechtsaufsicht der Stiftung nicht streng genug war (khs).

Heimliche Liebe im Kanzleramt?

7. Dezember 2021

Natürlich hat man sie immer wieder mal im kulturellen Umfeld gesehen, die nun ausscheidende Bundeskanzlerin. Doch hat Angela Merkel wirklich erkannt, welche Bedeutung der Kultur in unserer Gesellschaft zukommt? Reicht es, jährlich einmal auf dem roten Teppich in Bayreuth zu stehen und Wagner zu feiern? Mit Verlaub: Was in diesen Tagen zahlreiche Medien verbreiten, wie sie die mit einem unsäglichen Zapfenstreich von der Bundeswehr verabschiedete Christdemokratin würdigen, das irritiert. Riesengroße Headline im „Berliner Kurier“ (5. Dezember): „Angela Merkel und ihre heimliche Liebe zu Kunst und Kultur“. Heimliche Liebe? Tatsache ist, dass sie Nolde aus ihrem Büro kommentarlos entfernen und nicht wieder aufhängen ließ, als seine Nazi-Vergangenheit erörtert wurde. Eine verschenkte Diskurs-Chance (khs).

Lindinger + Schmid

Im Jahr 1991 von Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid gegründet, widmet sich das Unternehmen Lindinger + Schmid der bildenden Kunst. Es geht dabei um kritischen, unabhängigen Journalismus. Mit einem Team weltweit tätiger Autoren entsteht monatlich die KUNSTZEITUNG, und vierzehntäglich wird der Branchenbrief Informationsdienst KUNST herausgegeben. Obendrein agiert Lindinger + Schmid als Beratungsfirma, beispielsweise für die Messe Karlsruhe. 

Geschäftsleitung
Gabriele Lindinger
Karlheinz Schmid

Redaktion
Karlheinz Schmid
Dr. Jörg Restorff

Anzeigen
Gabriele Lindinger
Philipp Lindinger

KUNSTZEITUNG

Seit einem Vierteljahrhundert geben Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid die von ihnen gegründete KUNSTZEITUNG heraus, die über knapp 2 000 Verteilerstationen in Museen, Galerien, Kunstvereinen und anderen Kulturinstitutionen monatlich in die Distribution kommt. Das Printmedium (Auflage: 200 000 Exemplare) berichtet über Personalien und Ausstellungen, über Debatten und Trends, und es zeichnet sich durch seine kritische Haltung aus. Die KUNSTZEITUNG finanziert sich dank der Anzeigen, wird gratis abgegeben, kann aber auch abonniert werden (zwölf Ausgaben: 37 Euro).

25 Jahre KUNSTZEITUNG

Im September 1996 starteten wir mit der KUNSTZEITUNG. 25 Jahre später dürfen wir mit Freude und auch etwas Stolz auf rund 60 Millionen Einzelexemplare zurückblicken, die wir gratis verteilt haben, um möglichst viele Menschen für die Kunst zu begeistern. Etliche Reaktionen in den vergangenen Monaten beweisen, dass es in der KUNSTZEITUNG-Leserschaft viele Menschen gibt, die unseren Einsatz zu schätzen wissen, die wollen, dass wir durchhalten mögen, wie es häufig formuliert wurde. Kritischer Journalismus ist schließlich vonnöten. Darin lassen wir uns nicht beirren – auch nicht angesichts der gezielten Blockade aus dem Kanzleramt, wo die bislang für Kultur und Medien zuständige Staatsministerin keinen Cent für unsere Publikation lockermachen wollte.

November-Ausgabe der KUNSTZEITUNG, Cover
Klick aufs Bild öffnet ein PDF der aktuellen KUNSTZEITUNG-Ausgabe
Die nächste KUNSTZEITUNG-Ausgabe erscheint als Doppelnummer Dezember 2021 / Januar 2022 am 5. Januar 2022.

Informationsdienst KUNST

Als der Branchenkenner Karlheinz Schmid den Informationsdienst KUNST im April 1991 erstmals unter die Abonnenten brachte, gab es zwar ein laufend zunehmendes Interesse an Hintergrund-Nachrichten aus dem Kunstbetrieb, doch niemand hätte damals geahnt, welche Bedeutung dieser vierzehntäglich erscheinende Branchenbrief drei Jahrzehnte später haben könnte. Die Nachrichten und Kommentare, so heißt es nun allerorten, sind unverzichtbar; sie helfen Museumsleuten und Galeristen, Kulturpolitikern und Künstlern sowie Sammlern und Kritikern. 
Informationsdienst KUNST, Cover

Büro für Kunst und Öffentlichkeit

art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
Eine eigene Abteilung von Lindinger + Schmid, dirigiert von Gabriele Lindinger, kümmert sich um Public Relations und betreut Kunden auf ihrem Weg durch den internationalen Kunstbetrieb. Die Beratungsleistungen reichen von Image-Kampagnen bis zur Projekt-Begleitung. So ist Lindinger + Schmid seit dem Gründungsjahr der art KARLSRUHE, 2004, für die Messe Karlsruhe tätig.
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
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