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Die malende Sau


Was gab und gibt es nicht alles. Malende Schauspieler, Musiker und Pornostars, und natürlich die malenden Affen, schon vor vielen Jahrzehnten wissenschaftlich auf den Prüfstand gestellt. Nun wird quasi die nächste Sau durchs sensationsgierige Publikum getrieben, eben das mit der Schnauze malende Schwein. Es heißt, weil es so genial sein soll, was Wunder, kurzerhand Pigcasso – und das in Südafrika lebende 500-Kilogramm-Tier beziehungsweise seine Besitzerin, eine Joanne Lefson, soll schon Preise um die 20 000 Euro erzielen. Logisch, dass der einst vorgesehene Gang zum Schlachthof kein Thema mehr ist. Dieses Schwein hat offenbar Schwein gehabt.  

Die teuerste Spinne


Das gab es noch nie. Eine Skulptur der Gegenwartskunst, auf einer Kunstmesse verkauft, die über 40 Millionen Dollar brachte. Auf der Art Basel ist es soeben gelungen, und keine Geringere als die längst legendäre, im Jahr 2010 im hohen Alter von 98 Jahren gestorbene Louise Bourgeois hat das Werk gestaltet. Dass die Preise der Bildhauerin momentan derart in die Höhe schnellen (schon 2015 wurde eine der Spinnen-Skulpturen für 28,5 Millionen Dollar versteigert), hat zweifellos viel mit der regen Ausstellungstätigkeit des Nachlasses zu tun. Von Basel bis Berlin, von New York bis New Orleans – allerorten ist Bourgeois angesagt. Aber zweifelsfrei spielt dabei auch eine Galerie die große Rolle, die ihr Geschäft beherrscht, Hauser & Wirth nämlich.  

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Statements

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documenta, im Zwielicht


Als Bundespräsident Franz-Walter Steinmeier vor Tagen anlässlich der documenta-Eröffnung in Kassel zur Überraschung vieler Zuhörer die Grenzen der Kunstfreiheit aus seiner Sicht definierte, sich in diesem Kontext gegen jegliche Form von Antisemitismus stemmte, zeigten sich manche irritiert. Wollte das Staatsoberhaupt dem Kuratoren-Kollektiv ruangrupa vorschreiben, wen und was es zu zeigen hat? Nur Stunden später stellte sich dann aber heraus, dass es unter den unzähligen Werken von über 1 500 Mitwirkenden tatsächlich antisemitische Satire gibt, letztlich Hetze gegen das Judentum. Ein indonesisches Künstler-Kollektiv, Taring Padi, hatte die documenta als Plattform des Protestes gegen Israel missbraucht. So stellt sich die Frage, ob es seitens der documenta-Geschäftsführung, Sabine Schormann, wirklich klug war, die vor der documenta geplante Diskussion zum heiklen Thema kurzfristig abzusagen. Es drängt sich überhaupt die Frage auf, ob eine solche Geschäftsführung vom documenta-Aufsichtsrat nicht schleunigst abberufen werden sollte (khs).

Dicke Luft


Im Museum Moderner Kunst (MMK) in Frankfurt am Main kneift es, seit langem schon. Einst von Direktoren wie Jean-Christophe Ammann, Udo Kittelmann und Susanne Gaensheimer überaus lebendig gehalten, war es zunächst lange Zeit sehr ruhig, als Susanne Pfeffer im Jahr2018 die Direktion übernahm. Die Kuratorin schien kein Interesse daran zu haben, das MMK ins Gespräch zu bringen. Es ähnelte zunächst einer Forschungsstätte, wo keine Eile vonnöten ist. Später hörte man dann von Unstimmigkeiten zwischen Leitung und Team, von verkanteten Verhältnissen. Und nun ist der Skandal offensichtlich: Rund 80 Prozent der knapp 40 Mitarbeiter wehren sich gegen Pfeffers umstrittenen Führungsstil, und Kulturdezernentin Ina Hartwig muss sich schleunigst überlegen, ob sie nicht endlich ein Machtwort sprechen will. Mit Moderation allein geht‘s nicht weiter (khs).

Lindinger + Schmid

Im Jahr 1991 von Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid gegründet, widmet sich das Unternehmen Lindinger + Schmid der bildenden Kunst. Es geht dabei um kritischen, unabhängigen Journalismus. Mit einem Team weltweit tätiger Autoren entsteht die KUNSTZEITUNG, und vierzehntäglich wird der Branchenbrief Informationsdienst KUNST herausgegeben. Obendrein agiert Lindinger + Schmid als Beratungsfirma, beispielsweise für die Messe Karlsruhe. 



Lindinger + Schmid sucht am Verlagsstandort Berlin eine/n Redakteur/in für die KUNSTZEITUNG – so bald wie möglich. Vorgesehen ist Festanstellung/Vollzeit. Voraussetzung: Redaktionserfahrung, Digitalkompetenz und hervorragende Kenntnisse in Sachen Gegenwartskunst und Kunstbetrieb. Bewerbungen an Gabriele Lindinger, lindinger@lindinger-schmid.de

Geschäftsleitung
Gabriele Lindinger
Karlheinz Schmid

Redaktion
Karlheinz Schmid

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Gabriele Lindinger
Philipp Lindinger

KUNSTZEITUNG

Seit einem Vierteljahrhundert geben Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid die von ihnen gegründete KUNSTZEITUNG heraus, die über knapp 2 000 Verteilerstationen in Museen, Galerien, Kunstvereinen und anderen Kulturinstitutionen in die Distribution kommt. Das Printmedium (Auflage: 200 000 Exemplare) berichtet über Personalien und Ausstellungen, über Debatten und Trends, und es zeichnet sich durch seine kritische Haltung aus. Die KUNSTZEITUNG finanziert sich dank der Anzeigen, wird gratis abgegeben, kann aber auch abonniert werden (zwölf Ausgaben: 37 Euro).
Klick aufs Bild öffnet ein PDF der aktuellen KUNSTZEITUNG-Ausgabe. 
Die nächste KUNSTZEITUNG erscheint als Doppelausgabe Juni/Juli am 6. Juli.

Informationsdienst KUNST

Als der Branchenkenner Karlheinz Schmid den Informationsdienst KUNST im April 1991 erstmals unter die Abonnenten brachte, gab es zwar ein laufend zunehmendes Interesse an Hintergrund-Nachrichten aus dem Kunstbetrieb, doch niemand hätte damals geahnt, welche Bedeutung dieser vierzehntäglich erscheinende Branchenbrief drei Jahrzehnte später haben könnte. Die Nachrichten und Kommentare, so heißt es nun allerorten, sind unverzichtbar; sie helfen Museumsleuten und Galeristen, Kulturpolitikern und Künstlern sowie Sammlern und Kritikern. 

Büro für Kunst und Öffentlichkeit

art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
Eine eigene Abteilung von Lindinger + Schmid, dirigiert von Gabriele Lindinger, kümmert sich um Public Relations und betreut Kunden auf ihrem Weg durch den internationalen Kunstbetrieb. Die Beratungsleistungen reichen von Image-Kampagnen bis zur Projekt-Begleitung. So ist Lindinger + Schmid seit dem Gründungsjahr der art KARLSRUHE, 2004, für die Messe Karlsruhe tätig.
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
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