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Streit zwischen Künstlern


Man muss es mal protokollieren: Er, der Künstler und Kurator, macht alles richtig. Kader Attia, für die zwölfte Berlin Biennale verantwortlich, hatte auch einen älteren Kumpel aus gemeinsamen Ausstellungstagen im Pariser Palais de Tokyo eingeladen – und kassierte dafür nun reichlich Kritik. Nicht nur die aus dem Irak kommenden Biennale-Teilnehmer empörten sich über die Abu Ghraib-Fotoarbeit von Jean-Jacques Lebel, auch die Co-Kuratorin Ana Teixeira Pinto machte Druck – und verabschiedete sich sogar. Lebel zeigt an der Ausstellungsstation Hamburger Bahnhof, wie einst die Amerikaner irakische Häftlinge folterten und verhöhnten. Attia löste jetzt die unmittelbare Nachbarschaft in seiner Inszenierung auf und platzierte Werke der Iraker andernorts, etwa in der Akademie der Künste am Pariser Platz.

Sorge um die Museen


Es ist nicht nur so, dass derzeit viele Museen noch weit von jenen Besucherzahlen entfernt sind, die sie vor der Pandemie erzielten. Es kommt obendrein neue Unbill auf die Institutionen zu. Sie müssen angesichts der Energiekrise und der reduzierten Gas-Lieferungen damit rechnen, dass es im kommenden Winter schwierig wird, die Häuser weiterhin im üblichen Maße zu heizen und zu öffnen. Was das auch im Hinblick auf die Verantwortung für die Sammlungen bedeutet, welche Kunstwerke wie klimatechnisch geschützt werden können, das wird aktuell vielerorts hinter geschlossenen Türen verhandelt. Immerhin hat Klaus Müller, der Chef der Bundesnetzagentur, soeben unmissverständlich erklärt, dass auch der Kulturbereich „solidarisch Gas einsparen“ müsse.

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Statements

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Aktives Nichtstun


Ein Diplomat, undiplomatisch; kann das sein? Man muss es bejahen. Denn Alexander Farenholtz, als ehemalige documenta-Geschäftsführer weithin geschätzt und quasi als Rettungsmann für die geschasste Sabine Schormann kurzfristig zum Einsatz gekommen, gilt zwar als feinfühliger, umsichtiger Manager, doch sein „aktives Nichtstun“ in Bezug auf das judenfeindliche Gedankengut der documenta fifteen führt zu ersten Protesten. Elio Adler, der Vorstandsvorsitzende der jüdischen Werte-Initiative, hat nun sogar seine Abberufung gefordert. Farenholtz sei „untragbar“. Es scheint, diese documenta ist und bleibt die documenta der Skandale (khs).

Passives Nichtstun


Keiner zuständig, keiner verantwortlich, keiner bereit, jene Kunst im öffentlichen Flughafen-Raum zu erhalten, die dort seit drei Jahrzehnten Millionen von Fluggästen aufs Schönste erfreut und anregt? Es geht um „Die Alpen“, eine Wasser-Installation des mittlerweile 70-jährigen Bildhauers Stephan Huber, der einst für den Flughafen in München jene Skulptur schuf – und nun sehen muss, wie der Abriss droht. Die Flughafen-Gesellschaft will die Kosten für Wartung und Energie nicht mehr tragen (es geht nur um 8 000 Euro pro Jahr), und die Stadt München, angeblich zu 30 Prozent in der Verantwortung, macht sich ebenfalls dünn und will nicht zahlen. Ein deutsches Drama: Am Ende fehlen Geld und Vernunft (khs).   

Lindinger + Schmid

Im Jahr 1991 von Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid gegründet, widmet sich das Unternehmen Lindinger + Schmid der bildenden Kunst. Es geht dabei um kritischen, unabhängigen Journalismus. Mit einem Team weltweit tätiger Autoren entsteht die KUNSTZEITUNG, und vierzehntäglich wird der Branchenbrief Informationsdienst KUNST herausgegeben. Obendrein agiert Lindinger + Schmid als Beratungsfirma, beispielsweise für die Messe Karlsruhe. 




Geschäftsleitung
Gabriele Lindinger
Karlheinz Schmid

Redaktion
Karlheinz Schmid

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Gabriele Lindinger
Philipp Lindinger

KUNSTZEITUNG

Seit einem Vierteljahrhundert geben Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid die von ihnen gegründete KUNSTZEITUNG heraus, die über knapp 2 000 Verteilerstationen in Museen, Galerien, Kunstvereinen und anderen Kulturinstitutionen in die Distribution kommt. Das Printmedium (Auflage: 200 000 Exemplare) berichtet über Personalien und Ausstellungen, über Debatten und Trends, und es zeichnet sich durch seine kritische Haltung aus. Die KUNSTZEITUNG finanziert sich dank der Anzeigen, wird gratis abgegeben, kann aber auch abonniert werden (zwölf Ausgaben: 37 Euro).
Klick aufs Bild öffnet ein PDF der aktuellen KUNSTZEITUNG-Ausgabe. 

Die nächste KUNSTZEITUNG erscheint als Doppelausgabe August/September am 7. September.

Informationsdienst KUNST

Als der Branchenkenner Karlheinz Schmid den Informationsdienst KUNST im April 1991 erstmals unter die Abonnenten brachte, gab es zwar ein laufend zunehmendes Interesse an Hintergrund-Nachrichten aus dem Kunstbetrieb, doch niemand hätte damals geahnt, welche Bedeutung dieser vierzehntäglich erscheinende Branchenbrief drei Jahrzehnte später haben könnte. Die Nachrichten und Kommentare, so heißt es nun allerorten, sind unverzichtbar; sie helfen Museumsleuten und Galeristen, Kulturpolitikern und Künstlern sowie Sammlern und Kritikern. 

Büro für Kunst und Öffentlichkeit

art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
art KARLSRUHE: Themenbereich Editionen und Fotografie in Halle 1
Eine eigene Abteilung von Lindinger + Schmid, dirigiert von Gabriele Lindinger, kümmert sich um Public Relations und betreut Kunden auf ihrem Weg durch den internationalen Kunstbetrieb. Die Beratungsleistungen reichen von Image-Kampagnen bis zur Projekt-Begleitung. So ist Lindinger + Schmid seit dem Gründungsjahr der art KARLSRUHE, 2004, für die Messe Karlsruhe tätig.
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
art KARLSRUHE: Kurator Ewald Karl Schrade eröffnet die Messe
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