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Abpfiff in London

24. Januar 2023

Dass die mächtige MCH Group, Basel, die Londoner Kunstmesse Masterpiece kurzerhand abgesagt hat, dass sie sich diesen Markt nicht mehr leisten will, hat die Branche reichlich irritiert. Immerhin gibt es die Messe seit 2010, und die Schweizer hatten beim Erwerb, 2018, hinlänglich Zeit, die wirtschaftliche Situation zu prüfen. Damals schien die Masterpiece eine ideale Ergänzung im Portfolio darzustellen. Nun – ein knappes halbes Jahr vor der geplanten nächsten Eröffnung – das überraschende Aus. 

Auftrieb in Karlsruhe

24. Januar 2023

Diesmal will der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann die kommende art KARLSRUHE (4. bis 7. Mai) selbst eröffnen. Kein Wunder: Die erfolgreiche Messe im deutschen Südwesten kann ihr Zwanzigjähriges feiern. Zugleich wird der Gründungsvater und langjährige Kurator der art KARLSRUHE, der Galerist Ewald Karl Schrade, mit einer großen Sonderausstellung geehrt und verabschiedet. Fortan ist eine Doppelspitze im Regie-Einsatz, Olga Blaß und Kristian Jarmuschek.

Hoffnungsvoll

10. Januar 2023

Die Pandemie hat vielerorts die Besucherzahlen der Museen erheblich sinken lassen. Wochenlange Lockdowns, reduzierte Öffnungszeiten sowie zudem Ängste, sich infizieren zu können, führten teils zu katastrophalen Bilanzen. So ist es erstaunlich, dass das Städel Museum in Frankfurt am Main, flankiert vom benachbarten Liebieghaus, 2022 immerhin knapp 362 000 Besucher registrieren konnte. Das bedeutet: Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Zahl verdoppelt. Ein hoffnungsvolles Signal.

Zukunftsorientiert

10. Januar 2023

Ohne Digitalisierung geht’s nicht mehr. In den Museen hat sich gerade in jüngster Zeit viel entwickelt, teils durch die  Corona-Zeit begünstigt, gefördert mit zusätzlichen  Finanzmitteln der deutschen Bundesregierung. Eine Institution, die sich bereits seit fünf Jahren sehr für die digitale Transformation einsetzt, ist in Wien ansässig, nämlich das Belvedere. Dort findet nun vom 16. bis zum 20. Januar eine weitere Online-Konferenz zum Thema statt, dem Metaverse gewidmet, der Virtual Reality.   

Hallo, Adriano!

3. Januar 2023

Schneller als gedacht, so heißt es unisono in der Branche, wurde der Nachfolger für Cecilia Alemani gefunden, die Ende November die von ihr kuratierte Biennale in Venedig überaus erfolgreich schließen lassen konnte, die 2022 viel Lob erhielt. Die kommende Biennale, 2024, soll von einem hierzulande eher wenig bekannten Kurator aus Lateinamerika inszeniert werden, von Adriano Pedrosa, 1965 in Rio de Janeiro geboren. Aus Istanbul und Sao Paulo bringt Adriano dank seiner Tätigkeiten als Co-Kurator ein paar nun überaus brauchbare Erfahrungen mit.

Tschüss, Peter!

3. Januar 2023

Ein Tausendsassa, der Peter Weibel. Und wer jemals sein überbordend mit Akten und Büchern gefülltes Büro im Karlsruher ZKM gesehen hat, der weiß natürlich, dass sich der langjährige künstlerische Direktor des einzigartigen Kunst- und Medienzentrums nicht langweilen wird, wenn er, Jahrgang 1944, demnächst ausscheidet und die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Alistair Hudson übergibt. Weibel will sich in Wien niederlassen – und fortan mehr privatisieren. Das bedeutet: Peter wird forschen und schreiben, auf öffentliche Auftritte verzichten.

Aus dem Schatten

20. Dezember 2022

Allemal im Rheinland kannte sie jeder. Die 1999 gestorbene Malerin Ursula, mit dem bedeutenden Quadriga-Kollegen Bernard Schultze verheiratet und bürgerlich als Ursula Schultze-Bluhm unterwegs, war allein dank ihrer ausgeprägten Persönlichkeit und ihrer surreal anmutenden Objektkunst eine besondere Erscheinung. Gleichwohl stand sie letztlich doch im Schatten ihres erfolgreichen Mannes. Höchste Zeit also, dass die 1921 Geborene jetzt mit einer großen Ausstellung in ihrer Wahlheimatstadt Köln geehrt wird. Im Museum Ludwig, wo das Gesamtwerk von Mitte März 2023 an gezeigt werden soll, befindet sich Kurator Stephan Diedrich im Endspurt der Vorbereitungen.

In die Erinnerung

20. Dezember 2022

Hierzulande gehört die Kölner Maler-Gruppe Mülheimer Freiheit längst zu den kurzlebigen Phänomen, die den Kunstmarkt in den vergangenen Jahrzehnten vorübergehend aufgemischt haben. Ende der Siebziger gegründet, war das Sextett um Jiri Georg Dokoupil bereits Mitte der Achtziger wieder auf dem Rückzug. Aus der Traum, vorbei mit dem Boom. Im polnischen Torun, wo bis Mitte April 2023 die „Painting Tumult“-Ausstellung im Centre of Contemporary Art, Znaki Czasu, gezeigt wird, gilt das Publikumsinteresse dem Aufstieg der Mülheimer Freiheit, vor allem der Frage, wie diese jungen Wilden derart erfolgreich werden konnten. Entschuldbar, dass dabei der Abstieg vernachlässigt wird. 

Glasfenster für den Dom

13. Dezember 2022

Nach Ostern 2023 sollen die beiden ersten nach Entwürfen von Günther Uecker hergestellten Glasfenster bereits fertiggestellt sein. Für weitere sammelt der Förderkreis der Domkirchengemeinde in Schwerin derzeit noch Spenden. Denn der Düsseldorfer Künstler, Jahrgang 1930, unweit von Schwerin geboren und nach wie vor sehr aktiv, hat zwar seine künstlerische Idee und die Beratung in Sachen Umsetzung gratis eingebracht, doch rund eine Dreiviertelmillion will nun noch akquiriert werden, um das Projekt vollumfänglich zu realisieren.

Experte für Wien

13. Dezember 2022

In der Branche gilt Stephan Koja, der Direktor der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden, als Fachmann schlechthin, wenn es um die sogenannte Alte Kunst geht. Dass er Sachsen nun verlassen will, um vom April 2023 an in Wien tätig zu werden, ist ein herber Verlust für die Dresdner Sammlungen. Doch die neue Aufgabe am vertrauten Ort – der 60-jährige Koja wurde in Wien geboren – ist derart verlockend, dass er nicht widerstehen konnte. Der herausragende Museumsmann soll die Leitung der Fürstlichen Sammlungen des Hauses Liechtenstein übernehmen. Und Insider munkeln, dass er in wenigen Jahren als Direktor ins Kunsthistorische Museum wechseln könnte.

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