Lindinger + Schmid

Kritischer und unabhängiger Journalismus

Im Jahr 1991 gegründet, gilt für den Verlag Lindinger + Schmid nach wie vor die Maxime, kritischen und unabhängigen Journalismus möglich zu machen.

KUNSTZEITUNG

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Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid: ein Duo wie Nitro und Glyzerin. Wo sie auftreten, sprühen Funken, entzünden sich Debatten um Kunst und Co., strahlen Ideen und, ja, glitzert der Glamour.

Marianne Sperb, „Mittelbayerische Zeitung“

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid

„Die ohnehin in jedem von uns reichlich vorhandene Energie zu verdoppeln, gemeinsam unsere eigene Begeisterung für die Kunst anderen Menschen zu vermitteln, das war das Ziel, als wir uns 1990 kennenlernten und loslegten.“

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid

… spontan Notiertes

Die KUNSTZEITUNG-Kolumne der Herausgeber

In jeder Ausgabe der KUNSTZEITUNG beziehen Gabriele Lindinger und Karlheinz Schmid in ihrer Kolumne „… spontan Notiertes“ Stellung – zur Kunst und zum Kunstbetrieb, aber auch zu gesellschaftlichen und politischen Phänomenen, an denen sich der engagierte Diskurs der beiden KUNSTZEITUNG-Herausgeber entzündet. Nicht zuletzt bietet ihre Kolumne immer wieder Inneneinsichten in den verlegerischen Alltag. Die hier veröffentlichte Kolumne „… spontan Notiertes“ ist in der Januar-Ausgabe der KUNSTZEITUNG erschienen.

Die Kulturstaatsministerin trug ihr kleines Schwarzes, das mit dem Dreiviertel-Arm, als sie im März vergangenen Jahres von der Bundeskanzlerin die Ernennungsurkunde für die zweite Amtszeit erhielt. Wenig später, im April bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises, strahlte sie im langen und ärmellosen Abendkleid, tief dekolletiert, neben Iris Berben und Hark Bohm. Tage zuvor stand Monika Grütters, blaue Hose, blaue Bluse, an der Seite von Emmanuel Macron, ebenfalls blauer Anzug und Grande Nation, um stolz die Baustelle Humboldt Forum zu präsentieren.

Ihre bunte und quergestreifte lange Jacke, die Lieblingsdienstjacke, kam zum Einsatz, als die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) den Bundespreis für unabhängige Musikclubs unter die jungen Leute brachte, aber auch vor dem Europäischen Parlament, wo sie zur kulturellen Identität sprach. Und bei der Vorstellung des Zeitzeugen-Portals der Stiftung Haus der Geschichte schien das gute Stück, die Frische und Heiterkeit vermittelnde Kuscheljacke, schon wieder zu passen. Ein Phänomen.

Natürlich sollte es uns egal sein, was Grütters drunter oder drüber trägt, wann sie was an- oder auszieht. Schließlich geht es, Ärmel hoch, um ihre Leistungen als Kulturstaatsministerin. Doch, sorry, so einfach ist es nicht. Freilich waren wir 2018 nicht ständig in ihrer Nähe, um ihre Garderobe zu mustern. Aber dann und wann eben schon, etwa beim Gartenfest der Stiftung Preußischer Kulturbesitz oder bei der offiziellen Eröffnung des PalaisPopulaire der Deutschen Bank. Unser detailgenaues Wissen zum Kleiderschrank der Staatsministerin haben wir uns allerdings erst vor Tagen angeeignet, kurz vor dem Jahresende 2018, als wir in Ruhe eine 164-Seiten-BKM-Drucksache blätterten, die das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung vor Monaten veröffentlichte.

„Im Bund mit der Kultur“ soll über die deutsche Kultur- und Medienpolitik berichten und steckt in der Tat voller ehrenwerter, verdienstvoller Projekte und Initiativen, voller Namen und Zahlen. Eine wirklich hilfreiche Publikation. Aber es stellt sich doch die Frage, ob eine Drucksache, in der es nur um die Leistung der Bundesregierung gehen soll, tatsächlich mit 27 Fotos illustriert werden muss, die allesamt Monika Grütters zeigen. Ja, 27 – wir haben genau gezählt. Mal als Solo-Porträt, mal im Gruppen-Bild, teils ausgelassen lachend, teils professoral und ernst, staatstragend. Dann im knallroten Überwurf-Kleid (Seite 47) oder im hellblauen Merkel-Blazer (Seite 76), im dunkelblauen Mantel (Seite 111) oder in der hellorangefarbenen Jacke (Seite 68). Grütters – überall, mal so, mal so. Aber immer mit Botschaft: Ohne die Moni geht’s nicht.

Zugegeben: Eitel sind wir alle ein wenig, und das ist ja auch okay. Aber darf die Selbstbespiegelung einer Kulturstaatsministerin solche Ausmaße annehmen? Drängt sich da nicht der Verdacht auf, fragen wir uns, dass dieses stattliche Heft trotz ausdrücklicher Verbote, damit Wahlwerbung jeder Art zu machen, auch anderen Zwecken dient, nicht nur der BKM-Darstellung? Dass der Grütters-Foto-Anteil durchaus bescheidener ausfallen kann, hat sie selbst vor über zwei Jahren bewiesen: In der 2016-Ausgabe dieser Informationsbroschüre war sie nur neun Mal per Foto vertreten, durchaus ausreichend, um Authentizität herzustellen, um dem Amt ein Gesicht zu geben.

Wir – in unserer Funktion als KUNSTZEITUNG-Verleger – überlegen uns Monat für Monat neu, was wir auf dieser Seite 2 zeigen wollen, welches Foto den Inhalt unserer Kolumne am besten illustriert. Diesmal eben Monika Grütters. Unsere eigene Vorgabe: Nicht mehr als zweimal pro Jahr ein Doppel-Porträt von uns. 2018 gab es ein Foto mit Lindinger + Schmid im März und ein weiteres im Oktober; beide von Angelika Platen gemacht. Schließlich soll uns kein Leser vorwerfen können, dass wir uns selbst wichtiger nehmen als die Kunst oder den Betrieb. Übrigens: Auch Angela Merkel übertreibt es nicht. In der Publikation „Im Bund mit der Kultur“ ist sie, die Grütters-Chefin im Kanzleramt, fünf Mal zu sehen. In fünf verschiedenen Blazer-Farben. Das genügt.

Gabriele Lindinger + Karlheinz Schmid

 

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